Mit dem Rad durch Belgien: Die schönsten Touren

Es muss nicht immer Deutschland sein – auch im europäischen Ausland gibt es fantastische Radstrecken, die es locker mit den allseits bekannten Touren aufnehmen können. In Belgien zum Beispiel, so klein dieses Land sein mag, warten mehr als 100 Touren auf die Radfans.


Sehenswürdigkeiten wohin das Auge reicht. Belgien hat vor allem Radtouristen viel zu bieten.Bild: Strahlend blauer Himmel über der belgischen Stadt Gent. Das ganze Land können Sie mit dem Rad erleben.
Bildquelle: ANADMAN BVBA - 310926206 / Shutterstock.com

Schokolade, Bier und Pommes – daran denken viele, wenn sie „Belgien“ hören. Und in der Tat: Alle drei Dinge können die Belgier ganz besonders gut. Aber was nur wirklich eingefleischte Fans wissen: In Belgien gibt es traumhafte Strecken für ausgedehnte Radtouren. Da ist für jeden etwas dabei. Vom Genussfahrer, der sich einfach nur die tolle Landschaft anschauen möchte, bis zum Profi, der Höchstleistungen erbringen will.

Auf den Spuren von Eddy Merckx

Der wohl berühmteste Rad fahrende Sohn Belgiens ist der ehemalige Radrennfahrer Eddy Merckx. Er gewann die Tour de France fünf Mal. Den Giro d’Italia ebenfalls. Radsportexperten sind sich einig: Er gilt als einer der größten Rennfahrer der Radsportgeschichte. Merckx wurde in Meensel-Kiezegem, einer Stadt in der Provinz Flämisch-Brabant, geboren. Hier lernte er schnell die belgischen Radstrecken kennen und lieben. Der Rest ist Geschichte. Heute heißen die Radsporthelden Bardet, Kittel, Aru oder Froome. Letzterer gilt laut Sportwettenanbieter Tipico sogar als Favorit für den Sieg der diesjährigen Tour de France.

Längste Tour geht über sechs Etappen

Die wohl längste Tour in Belgien erstreckt sich über 361 Kilometer. Die „Grünroute“ startet im deutschen Düren und endet im belgischen Hasselt. Trotz ihrer Länge gilt sie als familienfreundlich. Entlang der Strecke finden Sie zahlreiche Sehenswürdigkeiten. So geht die Tour vorbei am Blausteinsee in der Eifel, durch die Altstadt von Aachen, dem Freizeitpark Steinerbos Limburg und auch am Freilichtmuseum Bokrijk. Insgesamt sind es mehr als 70 Sehenswürdigkeiten, die an der Strecke zu erleben sind.

Viele ausgeschilderte Touren

Das Radwegenetz in Belgien ist gut ausgeschildert. Besonders im Nordosten, also der flämischen Provinz, gibt es ein großes Netzwerk davon. Die meisten Strecken sind autofrei zu befahren. In der Wallonie werden derzeit neue Strecken gebaut. Unter anderem sind es stillgelegte Eisenbahnlinien, die zu einer ausgedehnten Tour einladen. Im Osten Belgiens warten etwa 850 Kilometer auf die Radfreunde. Die Strecken gehen über verkehrsfreie, bzw. -arme Routen, und auch Wald- und Wiesenwege sind dabei. Das Radwandernetz in Ostbelgien nennt sich „Velo Tour Hohes Venn“ und lädt zu grenzüberschreitenden Touren ein.

Was essen die Belgier? Wie viele Nachbarn haben sie? Welche Sprachen werden gesprochen? Hier erfahren Sie es.

Infografik: Belgien in Kürze: Das erwartet Sie, wenn Sie durchs Königreich radeln. Bildquelle:  Pixelliebe – 456234952 / Shutterstock.com – Eigene Darstellung

Der Norden Belgiens: Mit dem Fahrrad durch Flandern

Von Brüssel bis Brügge – das ist der Norden Belgiens, der auch Flandern genannt wird. Beeindruckende Naturlandschaften, Kultur und Kulinarik sind nur einige Highlights, die der Radtourist im Norden Belgiens erleben kann.

Besonders interessant: Die direkte Nähe zum Meer. In De Haan zum Beispiel radeln Sie entlang von Deichen und Sandstränden. Dort gibt es die typischen belgischen Wirtshäuser entlang der Strecke. Die Seeluft beflügelt und macht den Kopf frei.

Durch ganz Flandern führt ein markierter Radweg. Die „Vlaanderen Fietsroute“ (Flandernroute) ist etwa 800 Kilometer lang und in beiden Richtungen ausgeschildert. Auf dieser Strecke fahren Sie durch die Provinzen Limburg, Antwerpen, Flämisch Brabant und Ost- und West-Flandern. Keine Sorge, dass Sie sich nicht mitteilen können: Die Amtssprachen in Belgien sind

  • Französisch
  • Niederländisch
  • Deutsch

Viele Knotenpunkte, viele Möglichkeiten

Die Route spontan ändern? In Belgien ist das kein Problem. Alle Radwege in Flandern beispielsweise sind miteinander verknüpft. An jedem Knotenpunkt haben Sie die Möglichkeit, einen anderen Weg einzuschlagen. Genau das ist es, was die Route durch Belgien zu solch einem Tipp macht. Sie fahren flexibel durch das Land und entscheiden selbst, ob Sie diese oder jene Route einschlagen. Dennoch empfiehlt sich natürlich eine gründliche Vorbereitung und Planung. Allein schon deshalb, um die verschiedenen Beschilderungen richtig deuten zu können.

Route mit dem Rennrad: Eine Strecke für Anspruchsvolle

Über 2.000 Höhenmeter müssen Sie überwinden, wenn Sie sich für die Tour von St. Vith nach Stavelot und zurück entscheiden. Bis zu 9,1 Prozent Steigungen warten auf trainierte Waden. Für die Strapazen belohnt wird man aber von der atemberaubenden Landschaft der Ardennen. Malerische Dörfer, weite Sicht und die Berglandschaften sind ein Erlebnis.

Tipps und Facts für Fahrradtouristen in Belgien

Wer noch nie in Belgien auf dem Rad unterwegs war, sollte einige hilfreiche Tipps beachten. Unter anderem gibt es eine Besonderheit beim Thema „Straßen“.

  • Die Nationalstraßen in Belgien sind, wie bei uns auch, mit Nummern gekennzeichnet. Bei Straßen mit zweistelligen Nummern müssen Sie damit rechnen, sich mit vielen Autos die Strecke zu teilen. Auf Straßen, die mit drei Nummern versehen sind, herrscht weniger Verkehr. Planen Sie Ihre Tour also besser auf den dreistelligen Straßen.

  • Auch in Belgien gilt: Wenn es einen Radweg gibt, muss er auch benutzt werden.

  • In der Hauptstadt Brüssel dürfen Radfahrer viele Einbahnstraßen auch in die Gegenrichtung befahren. Aber bei Weitem nicht alle: Ein spezielles Schild weist darauf hin, wenn Sie in die „falsche“ Richtung fahren dürfen.

Belgien hat eine Oberfläche von etwa 30.500 km². Der flämische Teil (der Norden) ist eher flach, der südliche wallonische Teil beherbergt mit den Ardennen ein Mittelgebirge, dessen höchster Punkt auf 694 Metern liegt. Hier finden Radfahrer beachtliche Höhenunterschiede und Steigungen.

Es gibt zehn Provinzen. Dazu zählt auch der durchweg deutschsprachige Teil im Osten Belgiens.

Kulinarisches: In Belgien bleibt niemand hungrig

Kräftig-deftig geht es in Belgien zu. Die Küche ist eng verbunden mit Herzhaftem aus den Niederlanden und dem Exquisiten aus Frankreich. Weltberühmt sind dabei die belgischen Pralinen. 5 Kilo davon verdrückt jeder Belgier davon im Jahr. Weltrekord.

Biertrinker dürfen sich auf ein Eldorado der Braukunst freuen. In Belgien finden sie traditionsreiche Sorten und vor allem: viele verschiedene.

Die Belgier sind gute Gastgeber. 30 Jugendherbergen gibt es in diesem Königreich. Etwa 500 Campingplätze, sowie viele Trekkinghütten, Naturfreundehäuser, Pensionen und natürlich Hotels runden das Angebot ab.

Bummel- oder Besichtigungsfahrten durch die alten Bürgerstädte, ausgedehnte, flache Touren entlang der Nordseeküste und anspruchsvolle Touren mit großen Steigungen durch die Ardennen – Belgien hat für jeden Fahrradfreund etwas zu bieten.

Bildquelle: ANADMAN BVBA - 310926206 / Shutterstock.co

 

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