Fahrrad mit in die USA nehmen oder lieber mieten?

Ob als günstige und gesunde Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln der großen Städte oder für eine ausgiebige Tour durch die weiten, schönen Landschaften – um sein Fahrrad in mit in die USA zu nehmen, gibt es so einige Gründe. Doch lohnt sich das überhaupt? Immerhin sind die Amerikaner ja geradezu dafür bekannt, bei den Einreisebedingungen besonders pingelig zu sein und ist es letztlich vielleicht sogar ein größerer Aufwand, all die Formalien einzuhalten, als sich direkt in Übersee ein Rad zu mieten oder sogar zu kaufen? Im Folgenden gibt es die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

amerika skyline

Was muss vor Antritt der Reise erledigt werden?

Vor jeder Flugbuchung in die Vereinigten Staaten von Amerika sollte man sich um ein Visum oder ein ESTA kümmern. Hier spielt es keine Rolle, welches der beiden Dokumente man beantragt. Die Beantragung eines Visum kostet mehr und eine Bearbeitung dauert in der Regel mehrere Wochen. Wer per ESTA einreist, bezahlt lediglich 14$ und erhält bereits nach maximal 72 Stunden eine Bestätigung oder Ablehnung des Antrags. Weitere Informationen zum ESTA findet man auf www.estaantrag.org.

Sobald eines der Einreisedokumente bestätigt wurde, sollte die Reise gebucht werden und das Rad bei der jeweiligen Fluggesellschaft angemeldet werden. Schließlich kann man es meist nicht einfach als Standardgepäck deklarieren. Stattdessen kontaktiert man den Kundendienst und erfragt dabei alle weiteren Bedingungen für den Versand. Sie weichen nämlich je nach Anbieter ab. So erfährt man auch gleich den Preis, der ebenfalls variiert, jedoch meist zwischen 40 bis 60 Euro liegt. Am besten geschieht das übrigens, direkt nachdem der Flug gebucht wurde. Zwar bieten viele Unternehmen an, dass man den Transport noch wenige Stunden vor Antritt der Reise ordern kann, allerdings mag dann der Platz im Flugzeug bereits voll sein.

Danach muss das Fahrrad entsprechend präpariert werden. Besonderen Wert sollte man hierbei auf die Hygiene legen und das ganze Gerüst und vor allem die Reifen reinigen und desinfizieren. Sie sind nämlich ein guter Nährboden für Viren und Erreger. Denn stellen die amerikanischen Behörden fest, dass noch Rückstände zu finden sind, die sich unter Umständen zu einer Gefährdung des Gemeinwohles entwickeln könnten, bleibt das Rad in Quarantäne.

Nach dem Säubern wird das Bike für den Transport vorbereitet. Welche Voraussetzungen dabei erfüllt sein müssen, hängt von der Fluggesellschaft ab. Teils muss man beispielsweise den Lenker und die Pedale abschrauben und einen Karton verwenden.

Gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und den USA?

In den USA variieren die Vorschriften je nach Bundesland. In einigen Teilen Amerikas gibt es offiziell eine Helmpflicht und zudem muss das Fahrrad registriert werden. Und obwohl diese Regelungen selten strikt umgesetzt werden, sollte man sich vor der Abreise genau informieren. Dies gilt auch für die Straßenverkehrsordnung, deren Missachtung wiederum scharf geahndet wird. Von den deutschen Gesetzen abweichend ist beispielsweise die Rechts-vor-links Regel. Stattdessen darf derjenige eine Kreuzung zuerst durchqueren, der als Erster angekommen ist. In einigen Städten sind Fahrradwege nicht so gut ausgebaut wie in Deutschland. Doch wer zum Beispiel in Los Angeles oder Umland radeln möchte, kann sein Fahrrad problemlos im Bus mitnehmen und aus der Stadt fahren. Auf der Vorderseite haben fast alle Autobusse spezielle Fahrradständer.

Alternative: Miete

Die deutlich einfachere Methode wäre die Miete. So muss man das Rad schließlich nicht erst verpacken und zum Flughafen bringen. Rechnet man mit 100 Euro Mehrkosten für Hin- und Rückflug, kann das insgesamt sogar billiger sein. Denn je nachdem, für welches Modell man sich entscheidet, zahlt man zwischen 10 bis 30 Euro am Tag und bucht man für eine Woche ein günstiges City-Bike sind eben nur 70 Euro fällig. Soll es jedoch ein robusteres Modell sein, mit dem man auch mal abseits der festen Straßen auf Erkundungstour gehen kann, ist die Mitnahme meist schon bei wenigen Tagen die bessere Alternative.

Bleibt man gleich mehrere Wochen, käme auch ein Kauf in Frage. Erste Adressen für Schnäppchen wären dann Craigslist oder Wallmarkt, wo man schon für unter 100 Euro fündig wird.